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340. Verordnung des Oberkirchenrats über das Pädagogisch-Theologische Zentrum der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (PTZ)

Vom 9. Juli 1974

(Abl. 46 S. 224), i. d. F. der Neubekanntmachung vom 3. März 1994 (Abl. 56 S. 47), geändert durch Verordnung vom 17. September 2002 (Abl. 60 S. 173)

Nach Beratung mit dem Ständigen Ausschuß der Landessynode gemäß § 39 Abs. 1 Kirchenverfassungsgesetz1# wird folgendes verordnet:
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§ 1
Grundlagen

Die Arbeit des PTZ geschieht auf der Grundlage des in der Heiligen Schrift gegebenen, in den Bekenntnissen der Reformation bezeugten Evangeliums von Jesus Christus.
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§ 2
Rechtsstellung

Das PTZ ist eine nicht rechtsfähige Einrichtung der Evang. Landeskirche in Württemberg mit dem Sitz in Stuttgart.
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§ 3
Aufgaben

( 1 ) Das PTZ ist ein Auftragsinstitut. Seine Aufgaben ergeben sich aus der Verantwortung der Landeskirche für Bildung und Erziehung in Familie, Schule und Gemeinde und aus der Mitverantwortung der Landeskirche für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft.
( 2 ) Zu den Aufgaben des PTZ gehören:
  1. die Beratung der mit der pädagogisch-theologischen Arbeit Beauftragten,
  2. die Mitwirkung an der Koordination dieser Arbeit,
  3. die Mitwirkung bei der Entwicklung von Lehrplänen,
  4. die Entwicklung von Lehrmitteln, Lernmitteln und Unterrichtshilfen,
  5. die Mitwirkung bei der Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung sowie der Beratung von Pfarrern und Religionslehrern,
  6. die Forschungsarbeit in den Bereichen des Religionsunterrichts, des kirchlichen Unterrichts und der Ausbildungsdidaktik,
  7. die Ausführung weiterer Aufträge, die dem PTZ vom Evang. Oberkirchenrat erteilt werden.
( 3 ) Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben arbeitet das PTZ mit anderen Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammen.
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§ 4
Mitarbeiter

Mitarbeiter des PTZ sind die Dozenten einschließlich des Direktors, der Verwaltungsleiter, die wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie die Angehörigen der Verwaltung.
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§ 5
Konvent

( 1 ) Dem Konvent gehören an:
  1. der Direktor,
  2. die Dozenten,
  3. der Verwaltungsleiter,
  4. die wissenschaftlichen Mitarbeiter.
( 2 ) Der Konvent trägt – unbeschadet der besonderen Verantwortung des Direktors (vgl. § 6 Abs. 1) – gemeinsam die wissenschaftliche Arbeit des PTZ und beschließt über die Maßnahmen, die erforderlich sind, damit das PTZ seine Aufgaben erfüllen kann.
( 3 ) Der Konvent gibt sich eine Geschäftsordnung, die der Zustimmung des Oberkirchenrats bedarf.
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§ 6
Direktor

( 1 ) Der Direktor trägt die Verantwortung für die Arbeit des PTZ gegenüber dem Oberkirchenrat; er ist an die Weisungen des Oberkirchenrats gebunden. Der Direktor führt den Vorsitz im Konvent. Er vertritt das PTZ nach außen und ist Vorgesetzter der übrigen Mitarbeiter.
( 2 ) Der Konvent wählt aus seiner Mitte auf die Dauer eines Jahres einen Stellvertreter. Wiederwahl ist möglich.
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§ 7
Verwaltungsleiter

Der Geschäftsführer des Hauses Birkach ist Verwaltungsleiter des PTZ. Der Verwaltungsleiter führt die laufende Verwaltung im Rahmen des Haushaltsplans.
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§ 8
Kuratorium

( 1 ) Das Kuratorium macht die Berufungsvorschläge für den Direktor und die Dozenten. Dabei ist das Einvernehmen mit dem Konvent anzustreben.
( 2 ) Das Kuratorium ist an der Planung, Ausgestaltung, Durchführung und Auswertung der Arbeit des PTZ insbesondere dadurch beteiligt, daß es den Oberkirchenrat bei der Erteilung von Aufträgen und den Direktor und die Dozenten bei der Entwicklung und Durchführung der Arbeitsvorhaben des PTZ berät.
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§ 9
Mitglieder des Kuratoriums

( 1 ) Dem Kuratorium gehören an:
a)
der Vorsitzende des Ausschusses für Jugend und Bildung der Landessynode,
b)
der Bildungsdezernent des Oberkirchenrats,
c)
der Direktor des PTZ,
d)
der Direktor des Evang. Pfarrseminars,
e)
der Direktor des Religionspädagogischen Instituts der Evang. Landeskirche in Baden,
f)
zwei Mitglieder der Landessynode,
g)
ein juristischer Vertreter des Oberkirchenrats,
h)
ein Mitglied der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen,
i)
ein Vertreter der evang. Theologie und Religionspädagogik an einer Pädagogischen Hochschule im Bereich der Landeskirche,
k)
ein Sachverständiger aus den Staatlichen Seminaren für Schulpädagogik oder Schulpraktische Ausbildung im Bereich der Landeskirche,
l)
ein leitender Beamter des Ministeriums für Kultus und Sport Baden-Württemberg,
m)
drei Vertreter der evang. Religionslehrerschaft,
n)
ein fachkundiger Vertreter der Ausbildungsstätten für Diakonie und Religionspädagogik,
o)
ein Dozent des PTZ.
( 2 ) Die Mitglieder des Kuratoriums nach Abs. 1 Buchst. a) bis e) gehören dem Kuratorium kraft Amtes an. Die Mitglieder des Kuratoriums nach Abs. 1 Buchst. f) werden von der Landessynode jeweils für die Dauer ihrer Wahlperiode gewählt. Die Mitglieder des Kuratoriums nach Abs. 1 Buchst. m) werden vom Landesbischof im Benehmen mit den evang. Lehrerverbänden, die übrigen Mitglieder im Benehmen mit den jeweiligen Einrichtungen auf die Dauer von vier Jahren berufen. Wiederberufung ist möglich. Verliert ein Mitglied nach Abs. 1 Buchst. f) bis o) die Qualifikation, kraft derer es berufen ist, so scheidet es aus dem Kuratorium aus, und es wird für die Dauer seiner Amtszeit ein Nachfolger gewählt (Abs. 1 Buchst. f) bzw. berufen (Abs. 1 Buchst. g) bis o)).
( 3 ) Das Kuratorium ist berechtigt, bis zu zwei weitere Mitglieder auf befristete Zeit hinzuzuwählen.
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§ 10
Arbeitsweise des Kuratoriums

( 1 ) Das Kuratorium tritt bei Bedarf, mindestens jedoch zweimal im Jahr zusammen.
( 2 ) Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden, einen stellvertretenden Vorsitzenden und einen Schriftführer.
( 3 ) Das Kuratorium gibt sich eine Geschäftsordnung, die der Zustimmung des Oberkirchenrats bedarf.

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1 ↑ Red. Anm.: Abgedruckt unter Nr. 1 dieser Sammlung.